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Schwimmende Solarzellen auf dem Stausee

Tecindustry Themen Schwimmende Solarzellen auf dem Stausee

ABB hat zusammen mit Romande Energie auf einem Walliser Stausee einen Solarpark erstellt. Das wegweisende Projekt weist eine weit höhere Engergieeffizienz auf als eine vergleichbare Anlage im Flachland. Die beiden Unternehmen wurden daher mit dem Energiepreis Watt d’Or 2021 ausgezeichnet.

In alpiner Höhe scheint die Sonne stärker und oft länger, zudem reflektiert im Winter der Schnee das Sonnenlicht. Ideale Bedingungen also für die Solarenergie. Die beiden Unternehmen ABB Schweiz und Energie Romande hat dies motiviert, auf dem Stausee Lac des Toules im Wallis eine einzigartige Anlage zu schaffen.

Für den Bau der schwimmenden Solaranlage mussten die beiden Unternehmen aufgrund der speziellen Umweltbedingungen verschiedene technische Probleme lösen. Sie haben dies so erfolgreich gemacht, dass sich bereits mehrere Energieunternehmen aus dem In- und Ausland dafür interessieren. Die Innovation hat auch das Bundesamt für Energie überzeugt. Es hat daher den beiden Unternehmen im Januar 2021 den Schweizer Energiepreis Watt d'Or verliehen. 

 

Da die Anlage auf einer Höhe von 1800 Metern über Meer liegt und die Sonneneinstrahlung gleich mehrfach nutzt, soll die Installation im Vergleich zu einer gleich grossen Anlage im Flachland bis zu 50 % mehr Ertrag bringen. Die Anlage verwendet doppelseitige Module und fängt zusätzlich zur direkten Einstrahlung das reflektierende Licht des Sees und des Schnees auf. 

Aufgrund des besonderen Standorts muss die schwimmende Anlage Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 km/h, einer Eisdicke des Sees von 60 cm und Schneehöhen von 50 cm standhalten. Sie ist zudem auf extreme Temperaturschwankungen zwischen minus 25 °C und 60 °C ausgerichtet. 

Grössere Anlage geplant

Die aktuelle Anlage, die Ende 2019 in Betrieb genommen worden war, liefert eine Jahresproduktion von rund 800 000 kWh, was dem Bedarf von etwa 220 Haushalten entspricht. Energie Romande plant, ab 2022 die Anlage weiter zu vergrössern. Sie soll einst 22 Mio. kWh liefern, was dem durchschnittlichen Verbrauch von 6'100 Haushalten entspricht. 

Durch die doppelte Nutzung des Stausees für die Wasserkraft und die Solarstromproduktion ist in den Walliser Alpen ein wahrer Kraftort entstanden. 

Da der Lac des Toules regelmässig entleert wird, haben Fauna und Flora kaum Zeit, sich im Gewässer zu entwickeln. Die Überdeckung der Wasserfläche mit Solarpanels stört damit kein ökologisches System im See.

Weitere Preisträger

In der Kategorie «Energieeffiziente Mobilität» hat Bundesamt für Energie ein  Netzwerk von Unternehmen im Bereich Wasserstoffantrieb ausgezeichnet. Tecindustry hat bereits darüber berichtet. Zum Artikel

 

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Letzte Aktualisierung: 08.01.2021