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Die Schweiz ohne CO2-Emissionen: Möglich, aber herausfordernd

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Der Bund möchte die CO2-Emissionen bis ins Jahr 2050 auf Null reduzieren. Forscher des Paul Scherrer Instituts (PSI) haben errechnet, dass man etwa 330 Franken pro Person und Jahr aufwenden muss, um das Ziel zu erreichen. Mehr als zwei Drittel der für das Netto-Null-Emissionsziel notwendigen Emissionsreduktionen sind mit Technologien erreichbar, die bereits kommerziell verfügbar sind.

Die Schweiz kann das Netto-Null-Ziel erreichen, kommt eine Studie des Paul Scherrer Instituts (PSI) zum Schluss.

Was braucht es dafür?

  • Erstmal müsste die Photovoltaik ausgebaut werden: «Die installierte Kapazität von Photovoltaikanlagen muss sich mindestens jedes Jahrzehnt bis 2050 verdoppeln», so die PSI-Forscher. Photovoltaikanlagen wären dann mit 26 Terawattstunden Produktion im Jahr 2050 der zweitgrösste Energielieferant nach der Wasserkraft mit 38 Terawattstunden.
     
  • Autos müssten bis 2050 grösstenteils auf elektrischen Antrieben basieren.
     
  • Drei Viertel des Heizungs-und Warmwasserbedarfs müsste durch Wärmepumpen gedeckt werden. Zudem müssen Wohngebäude schnell renoviert werden, um Energieeinsparungen zu erzielen.
     
  • Da all dies mehr Strom benötigt, sind die Kapazitäten auszubauen. «Im Hauptszenario zur Erreichung des Netto-Null-Emissionsziels steigt insgesamt die Stromerzeugung aus Kraftwerken und Speicheranlagen in der Schweiz gegenüber dem gegenwärtigen Niveau um etwa ein Fünftel auf 83 Terawattstunden im Jahr 2050 an».

Wasserstoff und Abscheidungsanlagen

Neben elektrischer Energie werden weitere Energie- und Speicherformen wie Wasserstoffanwendungen nötig sein, erklärt das PSI. Auch der Einsatz von Technologien mit der sogenannten CO2-Abscheidung sollten angewendet werden.

In Teilbereichen der Energieproduktion und Nutzung wäre eine negative Bilanz beim CO2-Ausstoss möglich, beispielsweise mittels der Nutzung von Biomasse als Energieträger und der unterirdischen Speicherung von abgefangenem CO2.

Die Technologien stehen zur Verfügung

«Mehr als zwei Drittel der für das Netto-Null-Emissionsziel notwendigen Emissionsreduktionen sind mit Technologien erreichbar, die bereits kommerziell verfügbar sind oder sich in der Demonstrationsphase befinden», erklärt Evangelos Panos, ein Hauptautor der PSI-Studie.

Kosten schwer abschätzbar

«Die Kosten sind sehr schwer abschätzbar, weil dabei enorm viele Komponenten eine Rolle spielen», resümiert Tom Kober, Leiter der PSI-Forschungsgruppe Energiewirtschaft. Die Forscher haben eine Basisvariante mit moderatem Klimaschutz verglichen mit ambitionierteren Szenarien, die unter dem Strich zu einer CO2-freien Wirtschaft führen. Die Mehrkosten für die Umsetzung belaufen sich dabei auf CHF 330 pro Person und Jahr. Je nach Entwicklungen der Energietechnologien, der Ressourcenverfügbarkeit sowie des Energiemarktes könnten sie aber auch bei CHF 860 liegen. 

Die Studie stützt sich auf die Berechnungen mit dem Schweizer TIMES Energiesystemmodell (STEM) des PSI, welches das gesamte Energiesystem der Schweiz mit den verschiedenen Wechselwirkungen zwischen den Technologien und Sektoren abbildet.

Weitere Informationen: 

PSI-Studie

 

 

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Letzte Aktualisierung: 17.03.2021