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Karibische Sonne statt Diesel

Tecindustry Themen Karibische Sonne statt Diesel

Aktuell liefern grosse Tanker wöchentlich Diesel zur karibischen Insel St. Kitts. Dieser wird dann in Generatoren verbrannt, um das ganze Land mit Strom zu versorgen. Künftig soll die karibische Sonne für die Energieproduktion genutzt werden. Das Schweizer Unternehmen Leclanché baut derzeit zusammen mit dem staatlichen Energieversorgungsunternehmen das grösste Solar- und Speichersystem der Karibik.

Der Inselstaat St. Kitts und Nevis möchte sein Energiesystem nachhaltiger gestalten und greift dafür auf Schweizer Know-how zurück. Mitte Dezember 2020 begann die Reise in eine nachhaltigere Zukunft. Die Regierung von St. Kitts und Nevis, die staatliche St. Kitts Electric Company (SKELEC) und das Westschweizer Unternehmen Leclanché SA haben den Spatenstich für das grösste Solarkraftwerk der Karibik  vorgenommen.

Das bahnbrechende Projekt wird in den nächsten 20 bis 25 Jahren zwischen 30-35 % des Grundenergiebedarfs von St. Kitts decken und gleichzeitig den Kohlendioxidausstoß um mehr als 740.000 Tonnen reduzieren.

Einladung an andere Staaten

Der Premierminister von St. Kitts und Nevis, Dr. Honorable Timothy Harris, meinte anlässlich der Grundsteinlegung: « Die Kohlendioxidemissionen, die wir reduzieren werden, belegen unser Engagement für saubere, erneuerbare Energien. Wir laden unsere karibischen Nachbarn sowie die Inselgemeinschaften in der ganzen Welt ein, sich mit uns gemeinsam für eine nachhaltige Energiezukunft für unsere Kinder und die kommenden Generationen einzusetzen.»

Das 70-Millionen-Dollar-Projekt wird von Leclanché geplant, zudem ist Leclanché Hauptauftragnehmerin für Engineering, Beschaffung und Bau (EPC). Zusammen mit seinem wichtigsten Unterauftragnehmer Grupotec mit Sitz in Valencia (Spanien), einem erfahrenen Ingenieur- und Bauunternehmen und Marktführer im Bereich der photovoltaischen Energie, wird Leclanché eine schlüsselfertige Solar-plus-Speicherlösung bereitstellen.

Nach dem Bau wird auch der Betrieb der Anlage übernommen

Leclanché, das vor über 100 Jahren in Yverdon-les-Bains gegründet worden war, wird die Anlage im Rahmen seines strategischen Bau-, Eigentums- und Betriebsmodells über seine Tochtergesellschaft SOLEC Power Ltd. mit Partner Solrid Ltd. besitzen und betreiben.

Saubere, erneuerbare Energie, die vom Solar- und Speicherprojekt erzeugt wird, wird an SKELEC im Rahmen einer 20-jährigen Stromabnahmevereinbarung zu einem Pauschalpreis über diesen gesamten Zeitraum verkauft, was langfristig zu erheblichen Einsparungen bei den prognostizierten Dieselerzeugungskosten führen soll.

Breite Ausrichtung im Bereich erneuerbarer Energien

Der Batteriehersteller Leclanché aus Yverdon ist nicht nur im Bereich der Stromnetze aktiv, sondern bietet auch Akkus für Schiffe, Züge, Busse und Industrieanlagen.

Leclanché ist beispielsweis von Bombardier zum bevorzugten globalen Anbieter für Bahn-Batterien bestimmt worden, zudem liefert die  Firma Akku-Serien für Autokonzerne wie Toyota, die über breites Wissen im Bereich der Hybridantriebe verfügen.

Gewinn des europäsichen Solarpreises

Ein weiteres bahnbrechendes Projekt, die Ausstattung der dänischen Fähre «Ellen» mit einem Batteriespeichersystem, hat Leclanché im Jahr 2020 den renommierten europäischen Solarpreis der gemeinnützigen Organisation Eurosolar (European Association for Renewable Energy) eingetragen. 

Die Auto- und Personenfähre, die vollständig auf elektrischen Antrieb setzt, wurde in  in der Kategorie Transport und Mobilität ausgezeichnet. Das Projekt zeige das Potenzial grüner Elektromobilität in der Schifffahrt, so die Jury. Es liefere einen Beweis, dass neue und effektive Lösungen verfügbar und umsetzbar seien.

Interview zur E-Fähre «Ellen»

Wenn Anil Srivastava von seiner ersten Fahrt mit «Ellen» spricht, leuchten seine Augen. Der umweltbewusste CEO hat nicht nur für Leclanché hohe Ambitionen, er hat sich auch privat dem Kampf gegen den Klimawandel verschrieben.

 

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«Ich richte mein Leben auf den Klimawandel aus.»

Anil Srivastava, CEO Leclanché SA

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Letzte Aktualisierung: 13.01.2021