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Gross denken: Die Schweizer Weltraum-Industrie hat viel Potenzial

Tecindustry Gross denken: Die Schweizer Weltraum-Industrie hat viel Potenzial

Die Schweiz hat alle Vorausssetzungen, um im Weltraum vorne mit dabei zu sein. Der Berner Thomas Zurbuchen, ehemaliger Wissenschaftsdirektor der US-Raumfahrtbehörde NASA und neu Professor an der ETH Zürich, erklärt im Eco Talk, was es für den Erfolg braucht und wohin die Reise gehen kann.

Mit der Initiative ETH Space will Thomas Zurbuchen nicht nur die Forschung und Ausbildung in der Schweiz weiterbringen, sondern auch der hiesigen Weltraum-Industrie zusätzlichen Schub verleihen. Im Eco Talk zeigt er sich überzeugt, dass die Schweiz zahlreiche Stärken aufweist, um die Zukunft dieses immer wichtiger werdenden Wirtschaftsbereichs mitzugestalten.

Unser Leben auf der Erde wäre heute ohne die Weltraum-Industrie kaum mehr zu denken. Von der Kommunikation, über die Navigation bis hin zur Erdbeobachtung ist sie heute in vielen Produkten und Dienstleistungen des Alltags präsent. Der globale jährliche Umsatz der Unternehmen beträgt heute bereits geschätzte 500 Milliarden USD und dürfte sich bis ins Jahr 2040 verdoppeln.

Wie Thomas Zurbuchen erläutert, ist es vor allem die Kombination von wissenschaftlicher Forschung und handwerklichem Knowhow, welche die Schweiz auszeichnet. Hiesige Firmen sind nicht nur stark darin, neue theoretische Konzepte zu entwickeln, sondern können diese auch praktisch umsetzen. Zugute kommt ihnen dabei die duale Bildung, die von der Berufslehre bis zu den Hochschulen ein vertieftes Wissen auf allen Entwicklungsstufen garantiert. 

In der Sendung werden auch einzelne wichtige Player in der Schweiz ins Schaufenster gerückt. Dazu gehören zum Beispiel die im Bereich Space tätigen Unternehmen Beyond GravityClearspace, Maxon oder Swissto12. Sie alle stellen Hardware für den Weltraum her. 

 

Daten schaffen Mehrwert

Didier Manzoni, Präsident des Industriesektors Swiss Space Industries Group und CEO der Firma Apco Technologies, weist im SRF-Interview auf eine wichtige Entwicklung hin. Immer mehr Firmen entstehen im Downstream-Bereich. Sie sind also nicht spezialisiert auf die Herstellung von Komponenten, welche ins All fliegen, sondern kreieren Dienstleistungen auf Basis von Daten aus dem All. 

Zu Gast bei Google

Die wachsende Bedeutung von Daten veranlasste den Sektor auch, ihre jährliche Generalversammlung bei Google in Zürich abzuhalten. Dabei wurde auch das Potenzial, welches in der Datenwirtschaft steckt, nochmals verdeutlicht.

Über 1200 Satelliten sind beispielsweise auf die Erdbeobachtung ausgerichtet. Sie liefern wertvolle Daten, welche für die Entwicklung des Wetters und des Klimas verwendet werden können, aber auch neue Dienstleistungen für Bereiche wie Landwirtschaft, Logistik oder den effizienten Umgang mit Ressourcen ermöglichen. Ein Hub für die Entwicklung von Dienstleistungen bildet zum Beispiel der Google Earth Engine, der für die wissenschaftliche Nutzung kostenlos ist.

Die Generalversammlung der Swiss Space Industry stand unter dem Motto «The Art of Data – From Acquisition in Space to Use on Earth». Das abschliessende Referat von Reik Leiterer, CEO der Firma ExoLabs, gab einen eindrücklichen Überblick über die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten. Die Daten sind da – sie warten darauf, mit einem Fokus auf Qualität und Mehrwert aufbereitet zu werden, so seine Botschaft. 

Die Swiss Space Industry im Kurzporträt

(Video in englischer Sprache)

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Letzte Aktualisierung: 21.11.2023