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Das «Null Emissionen Auto»

Das Potential junger Leute fördern und ihre Neugier belohnen – das will der Nationale Wettbewerb «Schweizer Jugend forscht», der dieses Jahr zum 54. Mal durchgeführt wurde. Mit dabei waren auch drei Lernende aus der Industrie, die mit ihrem Projekt «Null Emissionen Auto» einen interessanten Ansatz zur Senkung der CO2-Emissionen liefern.

Text: Alena Sibrava

«Schweizer Jugend forscht» ist ein jährlich statt findender nationaler Talentwettbewerb, bei dem die besten Abschlussarbeiten von BerufsschülerInnen und GymnasiastInnen gewürdigt und bewertet werden. Sämtliche Fachrichtungen – von mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern bis hin zu Kunst und Sozialwissenschaft – sind vertreten. Auch im Bereich Technik werden jedes Jahr vielversprechende Arbeiten eingereicht, die neue Lösungsansätze für aktuelle gesellschaftliche und ökologische Probleme liefern.  

Dieses Jahr haben es neben anderen auch Melanie Rogenmoser, Nikifor Korjagin und Matthias Weber – drei angehende Konstrukteure der Firmen V-Zug und Roche Diagnostics – ins Finale geschafft. Ihr Projekt «Null Emissionen Auto» beschäftigt sich mit der Frage, ob ein Fahrzeug mit Druckluftantrieb zukunftsfähig ist. Dafür haben sie ein Modellauto von Grund auf neu entwickelt. Der Motor, das Getriebe, die Radaufhängung sowie das Chassis haben sie am Computer modelliert und mit Unterstützung ihrer Lehrbetriebe und der Schule herstellen lassen. Die Steuerung, die sie selber programmiert haben, funktioniert über das Smartphone.

Das Projekt sei mehrheitlich reibungslos verlaufen, berichtet Matthias Weber. Nur beim ersten Fahrversuch sei kurz Hektik aufgekommen: «Wir haben einen Adapter auf dem Tank nicht richtig montiert. Dadurch konnte die Druckluft nicht recht fliessen und das Auto bewegte sich nicht.» Spät am Abend hätten sie den banalen Fehler entdeckt und behoben. Das Auto fuhr anschliessend sogar noch besser als erwartet.

Der Verkehr verzeichnet mit rund 14% den grössten Anteil an den gesamtschweizerischen CO2-Emissionen. Es braucht also dringend Lösungen, die dazu beitragen, die Treibhausgase im Mobilitätssektor zu reduzieren. Dabei sind verschiedene Ansätze gefragt, denn der Technologie-Mix macht es aus: Was für den Strassenverkehr gilt, sieht für die Luft- und Schifffahrt wieder anders aus und was sich für kürzere Distanzen eignet, mag für den Langstreckenverkehr keine Option sein.

Die Schweizer Industrie beschäftigt sich genau mit solchen Themen. Sie stellt ressourcenschonende Produkte und Technologien her und liefert konkrete Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit. In der Industrie zu arbeiten kann deshalb sehr befriedigend sein. «Durch meinen Beruf kann ich etwas entwickeln, das der Umwelt enorm hilft», sagt Melanie Rogenmoser. Mit ihrem Projekt «Null Emissionen Auto» ist das ihrem Team schon heute gelungen.  

Vier Fragen an Matthias Weber, Lernender Konstrukteur:

  1. Warum hast du dich für eine Lehre als Konstrukteur entschieden?
    Schon immer haben mich Maschinen und ihr Funktionsweisen interessiert. Der Gedanke, dass ich als Konstrukteur solche Mechanismen selber entwickeln kann, hat mich sehr begeistert.
     
  2. Was gefällt dir besonders an deinem Beruf?
    Dass ich Dinge entwickeln kann, die es so noch nicht gibt und dabei meiner Kreativität freien Lauf lassen kann.
     
  3. Wie seid ihr auf die Projektidee «Null Emissionen Auto» gekommen?
    Aus Begeisterung für Motoren habe ich schon vor diesem Projekt einige Druckluftmotoren entwickelt und gebaut. So lag die Idee nahe, einen solchen Motor in ein Auto einzubauen.
     
  4. Warum habt ihr euch für einen Antrieb mit Druckluft entschieden?
    Druckluft hat gegenüber anderen Speichermedien den Vorteil, dass sie ohne Schadstoffe produziert und gespeichert werden kann. Zudem entstehen beim Verbrauch keine Abgase. Wird sie dann noch mit erneuerbaren Energien hergestellt, erhält man einen sehr umweltfreundlichen Antrieb.

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Letzte Aktualisierung: 13.04.2020