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Upcycling von Meeresplastik

Über Technologien und Projekte, die helfen, Plastikmüll in der Natur zu reduzieren.

«Aus den Augen, aus dem Sinn», dachte man lange beim Thema Plastikmüll. Vor allem in Ländern, in denen es an Recyclingsystemen oder einer funktionierenden Müllentsorgung fehlt, wirft man Kunststoffabfälle bis heute oftmals einfach in die Natur. Mit dem Regen gelangt das Plastik in die Flüsse und schliesslich ins Meer. Dort verschmutzt es nicht nur Küsten, sondern wird vor allem auch für Meereslebewesen zum Problem: Sie fressen treibende Plastikteile und verenden daran. Um das Problem nachhaltig zu lösen, müsste die Ursache bekämpft und in den Auf- und Ausbau von Recyclingsystemen in Ländern investiert werden, die kaum Abfallverwertung betreiben. Aus Ländern mit gut ausgebauten Recyclingsystemen wie der Schweiz gelangt praktisch kein Plastik ins Meer. Dennoch ist Plastikmüll längst zum globalen Problem geworden, denn auch in unseren Böden finden sich durchwegs Plastikrückstände. Technologische Lösungen können helfen, Meere von Plastik zu befreien.

Die Schweizer Umweltorganisation The Sea Cleaner geht dabei so weit, Müll nicht nur einzusammeln, sondern direkt an Bord zu verwerten. Über Förderbänder gelangt der Müll an Deck. Dort wird er sortiert, zerkleinert und erst zu Gas und dann zu Strom umgewandelt, der wiederum das Schiff antreibt. Was nicht verwertet werden kann, wird an Land gebracht und dort fachgerecht recycelt. 2022 soll der Bau des Prototyps beginnen. Die Inbetriebnahme ist für 2024 geplant. Alle Infos zum Projekt

Ein führendes Unternehmen auf dem Gebiet des Upcyclings von Kunststoffen aus dem Meer ist #tide ocean. Das Unternehmen kann eine Reihe von Polymerabfällen verarbeiten, die wiederum zur Herstellung neuer Produkte verwendet werden. Der Schweizer Uhrenhersteller Mondaine Watch zum Beispiel stellt aus recyceltem Ozeanabfall Uhrengehäuse her, und die Firma Meister aus Hasle-Rüegsau fertigt hochwertige Seile aus recyceltem Meeresplastik.

Bei der Wiederverwertung von Kunststoffabfällen aus dem Meer spannt #tide ocean mit Sulzer Chemtech zusammen. Mit Hilfe seiner mit modernsten Schäumungsanlagen ausgestatteten Pilotanlage ist es dem Unternehmen gelungen, das recycelte Granulat zur Herstellung von expandierten PET Schaumplatten (XPET) zu verwenden, die sich nicht von herkömmlichen XPET-Platten aus neuem Kunststoff unterscheiden lassen. Auf diese Weise kann #tide ocean Produkte für die Verpackungs- und Bauindustrie anbieten und zur Verbesserung der Nachhaltigkeit in diesen Branchen beitragen.

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